Siebklässler der Schillerschule auf der Spur von Fremdkörpern
 
Fremdkörper war ein Projekt überschrieben, das eine 7. Klasse der Schillerschule kurz vor dem Ende des Schuljahres aus dem Schulgebäude heraus führte. Gelernt wurde, wie so häufig an der größten Regelschule der Stadt, wieder einmal an einem anderen Ort, wobei sich die „Unterrichtsräume“ diesmal für drei Tage im Schillerhaus und in der Kunstwerkstatt befanden. Hier beschäftigten sich Dr. Daniela Danz und Johanna Fischer, die Leiterinnen beider Einrichtungen, mit den Regelschülern. Initiiert hatte das Projekt Christine Grohmann, die Klassenlehrerin und Fachlehrerin für Geografie, Englisch und Religion..
 
Wie geht man heute um mit Dingen und Wörtern, die aus einer anderen Zeit stammen und die man vielleicht nicht mehr braucht, um, war die Frage, die die Schüler auf unterschiedliche Art beantworteten. In der Kunstwerkstatt fertigten sie kleine Pflanztäfelchen mit Begriffen wie mitnichten, ehern, harren, tugendsam oder fürbass an. Das Besondere und Schwierige daran war neben der Erforschung der Wortbedeutung die Schreibung in Fraktur, einer gebrochenen Schrift, die nicht nur zur Zeit Friedrichs Schillers eine sehr häufig gebrauchte Druckschrift war.
 
Im Schillerhaus besprach Dr. Danz mit den Schülern die Herkunft ihrer Namen und animierte sie, zuhause nach Gegenständen zu suchen, die man heute nicht mehr kaufen kann. Fast „nebenher“ und ohne pädagogischen Zeigefinger bekamen die Schillerschüler dabei einen Einblick in das Museum. Schließlich hatten sie die Auswahl, in welchem Raum sie die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten wollten. Denn zum Abschluss waren Mitschüler aus zwei fünften Klassen als Zuhörer erschienen, die damit ebenfalls das Schillerhaus kennen lernten. So präsentierten die Älteren Gegenstände wie Kaffeeuntersetzer, Türscharniere, Dosenöffner, Kameras, Einweckglasöffner oder einen Standverkorker. Auch eine Astschere aus der DDR, stammte, wie vom Schillerschüler ausdrücklich betont, aus einer anderen Zeit.
 
Die Aufgabe, dazu jeweils eine kleine Geschichte zu erzählen und auch die Raumauswahl im Haus zu begründen, wurde recht unterschiedlich gelöst. „Ich wusste gar nicht, wie gut mancher einen Vortrag halten kann“, lobte Christine Grohmann ihre Klasse. Auch Daniela Danz anerkannte die Leistungen der Siebtklässler. „Das ist auch Teil unseres neuen museumspädagogischen Konzepts. Schüler sollen Schüler führen“, erklärte die Leiterin des Schillerhauses. Auch im kommenden Schuljahr soll es in der Partnerschaft von Schillerschule, Schillerhaus und Kunstwerkstatt weitere gemeinsame Projekte geben.
 
Fotos: H. Gerlach
Hartmut Gerlach