Hohe Wahlbeteiligung bei der Juniorwahl an der Schillerschule
Regelschüler erhielten in Sozialkunde Wahlrecht/Neuntklässler als Wahlvorstand

Eine Wahlbeteilung von 89,36 Prozent wäre sowohl bei der Landtagswahl am Sonntag ein Traumergebnis. An der Schillerschule wurde das am Donnerstag bei der Juniorwahl trotz Freiwilligkeit erreicht. Wobei aber berücksichtigt werden muss, dass diesmal nur die beiden zehnten Klassen im Rahmen des Projekts das Wahlrecht erhielten. Diese Regelschüler hatten sich bereits in Klassenstufe 9 mit Wahlen in der Demokratie beschäftigt und waren am ehesten in der Lage, sich in der Kürze der Zeit über die Ziel der Parteien zu informieren. Das geschah sowohl in der häuslichen Beschäftigung am Wahl-O-Mat als auch mit entsprechenden Materialien im Sozialkundeunterricht. So waren die Schillerschüler, vielleicht mehr als mancher wahlberechtigte Erwachsene, durchaus in der Lage, ihr Kreuz auf dem Wahlzettel, auf dem auch am Sonntag votiert wird, fachkompetent zu setzen.

Die Neuntklässler wurden indes in den ersten beiden Unterrichtwochen in Sozialkunde, Geschichte und teilweise auch Deutsch zu Wahlhelfern geschult. Dabei ging um Fragen nach der Ausstattung eines Wahllokals, den Aufgaben eines Wahlvorstehers und seiner Beisitzer, der Anfertigung eines Wählverzeichnisses oder der Auszählung. Dass die Wahlvorsteher Isabella und Alexander mit ihren Beisitzern gut aufgepasst hatten, zeigte dann der Wahlablauf, der korrekt und ohne Pannen verlief. Dazu gehörte auch die öffentliche Auszählung der Stimmen, die sowohl von den Wählern als auch von anderen Klassen im Wahllokal Schülercafe der Schillerschule kritisch beobachtet wurde. Sie registrierten aufmerksam das Ergebnis, das den Wahlkreissieger mit 28,9 Prozent vor dem Zweiten (26,3 %) sah. 25 Prozent entfielen auf die Partei, die sich bei den Zweitstimmen durchsetzte. Exakt fünf Prozent mehr als die zweitbeste Partei.

Für die drei Klassen wurden mit der Teilnahme an der Juniorwahl, an der sich in Thüringen insgesamt 72 Schulen beteiligen, Möglichkeiten aufgezeigt, Demokratie wahrzunehmen und sich aktiv daran zu beteiligen. Es versteht sich von selbst, dass das Projekt Juniorwahl auch in den kommenden Sozialkundestunden eine Rolle spielt. Die 9b hat dann schon Erfahrungen, wenn sie demnächst die Schülersprecherwahl an der Schule organisiert.

Hartmut Gerlach

Fotos: H. Gerlach
01 Sophie und Florian aus der 9b prüfen vor der Wahl die Wahlkabine
02 Justin übt die Stimmabgabe und prüft damit Samantha (links) und Alina, die das Ganze überwachen.