Klosterruine Paulinzella wurde für Sechstklässler der Schillerschule zum Klassenraum
"Lernen am anderen Ort" an frischer Luft und mit viel Bewegung
 
Die Schüler der Klasse 6a der Rudolstädter Schillerschule tauschten unlängst ihren Unterrichtsraum in der 3. Etage mit der Klosterruine Paulinzella. Andrea Höhn, Fachlehrerin für Kunsterziehung und Deutsch an der größten Regelschule der Stadt, hatte die Sechstklässler gemeinsam mit Klassenleiterin Angelika Bänsch zu diesem Ort geführt, um, das war das vordergründige Ziel, zu zeichnen.

Die Schillerschüler lernten zunächst den romanischen Baustil kennen, wobei gerade in dieser Phase die Bewegung nicht zu kurz kam. Im Anschluss hielten sie ihre Beobachtungen in beachtenswerten Zeichnungen fest. Andrea Höhn fasste ihre Beobachtungen so zusammen: "Die Bewegung an frischer Luft ermöglichte den Schülern viel Freiraum für eigene Ideen und Untersuchungen. Während die einen weiter zeichneten, beteiligen sich andere an sportlichen Gemeinschaftsspielen. Wieder andere zogen sich eher zurück und untersuchten Grabplatten, Inschriften und Kapitelle. Insgesamt herrschte eine fröhliche und ausgelassene Stimmung. Und auch die Passanten erfreuten sich an unserer kleinen Ausstellung."

Aber auch das Fach Geschichte fand an diesem ungewöhnlichen Unterrichtsort statt. Die Schüler erfuhren etwas über die Geschichte des Klosters und testeten ihre Kenntnisse in einem kleinen Quiz.

Die Klassen 6b und 6c, die einige Tage später das Kloster besuchten, setzten für das "Lernen am anderen Ort" in Paulinzella einen anderen Schwerpunkt. Sie erkundeten die Klosterruine in anderer Form und nutzten das dort angebotene geschichtliche und naturwissenschaftliche Programm. Sie begaben sich auf den Waldgeisterpfad, besichtigen das Jagdschloss und besuchten den Kräutergarten. Im Kunstunterricht wird auf diese Exkursion zurückgegriffen.

Hartmut Gerlach

Fotos: Andrea Höhn, Angelika Bänsch