„Ich glaube an die Menschen“


Diese positive Überzeugung  strahlt Mo Asumang bei ihrer Lesung „Mo und die Arier“ für die zehnten Klassen am 19.10.2018 in der Staatlichen Regelschule „Friedrich Schiller“ Rudolstadt aus. Ein tolles und bewegendes Ereignis, das durch die Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt ermöglicht wurde. Die Schüler sahen schon im Rahmen des Geschichtsunterrichts Mo Asumangs Dokumentarfilm „Die Arier“ indem die Afrodeutsche die offene Konfrontation mit rechten Hasspredigern sucht. Dafür reiste sie auch in die USA und den Iran. Die Morddrohung einer Neonazi-Band veranlasste Asumang, sich mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen. So ging es auch in der Lesung vordergründig um dieses Thema. Zudem gab die Autorin, Moderatorin und Schauspielerin stets auf sehr persönliche und ungezwungene Weise Erfahrungen und lebenspraktische Tipps an die Zuhörer weiter. Ihr großer Appell an alle: Sprecht Probleme an und stellt Fragen. Laut der Autorin ist es nur so möglich anderen die Chance zu geben, Dinge die sie tun zu hinterfragen. Sie selbst sei durch die dreieinhalb-jährige Arbeit am Buch und dem Dokumentarfilm stärker geworden und daran gewachsen.  Was anfänglich auch mit Angst verbunden war, ließ sie einige Erkenntnisse gewinnen, die auch im alltäglichen Leben durchaus wertvoll sind: denk nicht in Schubladen, sei offen, und vor allem stell Fragen. Warum sie trotz aller Anfeindungen ihre positive Einstellung nicht verliert, ist auf ein sehr persönliches Ereignis zurückzuführen. Die eigene Großmutter, bei der sie aufwuchs, war einst selbst bei der SS und mit deren Gedankengut verbunden. Durch die Begegnung mit ihrer Enkeltochter veränderte sich dies jedoch und daher steht für Mo Asumang fest: „Ich glaube an die Menschen“.  Eine Überraschung gab es auch für die Zuhörer- der für sie unbekannte Großvater der Autorin lebte in Rudolstadt. So war es auch für sie ein sehr persönliches Ereignis. Dass sie bei den Schülern auf Interesse stieß zeigte sich auch an anschließenden Signierungswünschen und Gesprächen.

Nicole Schierer
Schulbezogene Jugendsozialarbeit