Außergewöhnliches Geschichtsprojekt an der Regelschule „Friedrich Schiller“

Mit einer möglichst authentischen Annäherung an den Unterrichtsschwerpunkt „Leben in der DDR“ wurde an der Regelschule „Friedrich Schiller“ ein einwöchiges und einzigartiges Geschichtsprojekt gestaltet.
Mehr als 25 Jahre seit der Wiedervereinigung ist das Kapitel „DDR und deutsche Teilung“ nicht abgeschlossen. Zu nachhaltig haben 40 Jahre Zweistaatlichkeit das Leben der Menschen auf unterschiedlichste Art geprägt. Mit einer Projektwoche wurde diese Thematik in besonderer Weise Rechnung getragen. Hierfür organisierten die Fachlehrerinnen der Fachschaft Geschichte zum wiederholten Male für die Klassenstufe 10 fünf Tage besonderen Geschichtsunterricht; zum Erleben, Einfühlen und Annähern.
Kompetente Partner wie Dr. Wanitzschke, Landesbeauftragter des Freistaates Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und Jörg Drieselmann, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler und heutiger Geschäftsführer des Stasi-Museums Berlin, gaben den Jugendlichen über intensive Quellenstudienarbeit zu Akten politisch Verfolgter und über ein -  von den meisten Schülern als „Highlight“ bewertetes – Planspiel tiefgründige und sehr nachdenkenswerte Einblicke in die Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit und deren Folgen für politisch Andersdenkende.
Während einer Exkursion nach Erfurt stand nicht nur der Besuch der ehemaligen Untersuchungshaft der Stasi in der Andreasstraße, sondern auch der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen auf dem Petersberg auf dem Programm. Beide Aktivitäten erzeugten bei den Jugendlichen eine sehr emotionale und persönliche Annäherung an dieses Kapitel DDR-Geschichte.

      

(weitere Bilder)
Darüber hinaus erhielten die Schüler auf einer weiteren Exkursionsfahrt nach Mödlareuth in das Deutsch-Deutsche-Museum an der ehemaligen innerdeutschen Grenze Einblicke, was es besonders in diesem 50-Seelen-Dorf bedeutete, ein Leben im „Schatten der Mauer“ zu führen.
Der Film „Das Leben der Anderen“ ergänzte die Thematik dieser Projektwoche.
Am Ende der Woche zogen die Schillerschüler ihr Fazit: Es war spannend, lehrreich, aber auch sehr anstrengend und hat bei einigen Schülern durchaus zur Veränderung ihrer Sichtweise auf das Leben in einer Diktatur geführt.
Einig waren sich alle, dass dieses Projekt für die kommenden Zehntklässler unbedingt weitergeführt werden sollte.
Dabei ist diese außergewöhnliche Art des Geschichtsunterrichts nicht alltäglich. Nur sehr wenige Schulen bundesweit gehen diesen Weg, der Jugendlichen eine größere Wertschätzung gegenüber den heute oft so selbstverständlichen Freiheiten in einem demokratischen Deutschland wieder verstärkt ins Bewusstsein rücken lässt.